Pflanzen im Regenwald

Nach Schätzungen von Wissenschaftlern kommen über die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde nur im tropischen Regenwald vor. Die große Mehrzahl ist bis heute kaum erforscht und es gibt unzählige Arten, die es noch zu entdecken gilt.

Viele von Ihnen bleiben für immer verborgen, denn sie werden vernichtet, bevor sie erforscht werden konnten.

Die Pflanzen im Regenwald wachsen, blühen und gedeihen das ganze Jahr hindurch. Die meisten Arten haben eigene Rhythmen: Manche blühen mehrmals im Jahr, während andere über viele Jahre hinweg keine einzige Blüten ansetzen.

Im tropischen Regenwald wachsen die Pflanzen sowohl sehr dicht nebeneinander, als auch in einer bestimmten vertikalen Anordnung, die als „Stockwerkbau“ bezeichnet wird. Häufig werden fünf Etagen beschrieben, die ineinander übergehen:

 

  • die Bodenschicht aus dem Wurzelwerk der Pflanzen und einer meist sehr dünnen Humusdecke mit den darin siedelnden Kleinlebewesen, Bakterien, Algen und Pilzen
  • die Krautschicht, zu der Moose, Farnpflanze und andere Bodendecker mit geringem Lichtbedarf zählen.
  • die Strauchschicht bis zu einer Höhe von rund fünf Metern
  • die Schicht der niedrigen Bäume
  • die als „Baumriesen“ bekannten Überständer, mit bis zu 60 Metern Höhe über das Hauptkronendach hinaus ragen.

 

Die Kletterpflanzen eines Regenwaldes werden in Lianen, Epiphyten und Hemi-Epiphyten unterschieden. Zu den Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) zählen beispielsweise Farne und Bromelien. Sie prägen das Bild einer Urwaldvegetation. Bis zu 80 verschiedene Aufsitzerarten werden auf einem Baum gezählt.

Viele Bromelien bilden in ihren Blättern Zisternen, in denen sich das Wasser sammelt. Es wird über die Oberfläche des Blattes mit Hilfe spezieller Absorptionsorgane aufgenommen. Die Pfeilgiftfrösche zum Beispiel legen in diese Tümpel ihre Eier und verbringen ihr ganzes Leben in den Baumkronen.

Epiphytische Orchideen wiederum verfügen über Luftwurzeln, die mit einem Absorptionsgewebe überzogen sind. Lianen dagegen wurzeln im Boden und entfalten ihre Blätter erst im Kronendach. Hemi-Epiphyten beginnen ihr Leben als Epiphyt (Versorgung über die Blätter) und bilden bei Versorgungsengpässen Verbindungen zum Boden aus, um sich Wasser und Nährstoffe zu beschaffen.

Die Pflanzen des Regenwaldes haben weltweit das Interesse großer Pharmakonzerne geweckt, da sich hier Mittel gegen Krankheiten wie Aids oder Krebst verbergen.