Regenwald
FSC - Forest Stewardship Council
Der Forest Stewardship Council wurde 1993, also ein Jahr nach der Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ in Rio de Janeiro, gegründet. Ziel ist es, die in Rio verabschiedeten Forderungen an „nachhaltige Entwicklung“ für Wälder umzusetzen. Besondere Bedeutung im Rahmen der Forderungen von Rio hat die gleichwertige Berücksichtigung von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten bei der Nutzung von Naturgütern.
Der FSC ist eine internationale gemeinnützige Organisation mit Sitz in Bonn und nationalen Arbeitsgruppen in 43 Ländern. Er wird von Umweltorganisationen (WWF, Greenpeace, NABU, Robin Wood, u.a.), Sozialverbänden (IG BAU, IG Metall, u.a.), sowie zahlreichen Unternehmen
unterstützt.
Der FSC ist eine Mitgliederorganisation, in der sowohl Verbände, Organisationen und Unternehmen als auch Privatpersonen Mitglied werden können. Die Mitgliedschaft enthält das Recht zur Mitbestimmung an Entscheidungen im FSC und zur Wahl von Vorständen.
Neben der Beteiligung aller Mitglieder und Interessensvertreter legt der FSC sehr viel Wert auf Transparenz. Alle Regelungen und alle wichtigen Dokumente sind daher der Öffentlichkeit
zugänglich.
Schutz der Regenwälder
Zahlreiche Organisationen wie auch Privatpersonen haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Regenwald zu schützen und dem Raubbau entgegenzuwirken. Ein Weg ist die Errichtung von Nationalparks, was unter anderem auch durch Spenden finanziert wird. Ein weiterer Schritt, der seitens der Regierungen zum Teil bereits begangen wird, sind verstärkte Kontrollen, da ein Großteil der Abholzungen nach wie vor illegal geschieht.
Auch der Verbraucher kann seinen, nicht unerheblichen Einfluß zum Schutz der Regenwälder geltend machen. Unter anderem mit dem Verzicht auf teure Edelhölzer. Nur 5 % des abgeholzten Baumbestandes aus den Regenwäldern kann hierfür verwendet werden. Der Rest von 95 Prozent wird fast gar nicht oder nur bedingt genutzt. Sie sehen - der Preis ist hoch: So wird im tropischen Regenwald Tag für Tag eine Fläche von der Größe von 5760 Fußballfeldern abgeholzt!
Sie müssen jedoch auch nicht ganz darauf verzichten, sondern lediglich bewußter kaufen. Denn alternativ hierzu können Sie Holz mit FSC- oder PEFC-Zertifikat verwenden. Diese Zertifikate stellen sicher, daß es sich um Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft handelt. Denn die Bezeichnung "Plantagenanbau" ist keinesfalls eine verlässliche Angabe. Zu oft wird hier der Verbraucher bewußt in die Irre geführt. Denn auch für den Plantagenanbau wird häufig intakter Regenwald zerstört. Auf den gerodeten und abgebrannten Flächen werden anschließend Pflanzen gesetzt und dann als "Plantagenanbau" deklariert.
Der Schutz der Regenwälder ist neben dem brisanten Thema Klimaschutz auch aus einem weiterem Grund sehr wichtig. Sie gelten als die größte Apotheke der Welt. Doch bis heute ist nur ein geringer Teil der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten auf ihren möglichen Einsatz als Heilmittel erforscht worden. So hoffen Pharmakologen auf der Suche nach neuen, wirksamen Antibiotikas speziell bei der Millionenschar der Insekten fündig zu werden (Stern). Doch wenn die Zerstörung der Regenwälder im jetzigen Tempo anhält, gehen unweigerlich potentielle Naturheilstoffe für immer verloren.
Die große Hoffnung, Medikamente für die Heilung von Krebs oder Aids aus dem vielfältigen Genmaterial der Regenwälder zu gewinnen, wird hierdurch nachhaltig getrübt. Dabei zählen die beiden Krankheiten noch heute zu den Geiseln der Menscheit.
Gefährdung der Regenwälder
Warum ist der Regenwald gefährdet?
Ob Abholzung, Brandrodung oder intensive Landwirtschaft – geht das Ökosystem Regenwald verloren, lässt es sich nicht wieder herstellen.
Ist der Regenwald einmal vernichtet, erodiert die Humusschicht sehr schnell. Nach etwa drei Jahren wächst auf einem gerodeten Stück Regendwaldboden nichts mehr. Was bleibt, ist ein unfruchtbares und ökologisch nutzloses Land.
Schätzungen zufolge werden jährlich rund 16 Millionen Hektar tropischer Regenwald in aller Welt zerstört. Dies entspricht ungefähr der halben Fläche von Deutschland. Bei diesem Tempo ist der Regenwald in 50 bis 60 Jahren verschwunden.
Warum werden Regenwälder vernichtet?
Häufig werden wertvolle Tropenhölzer gezielt zur Weiterverarbeitung als edles Möbelstück verwendet, die übrigen Bäume dienen lediglich als Bauholz oder werden zu Papier verarbeitet. Auf den gerodeten Flächen entstehen anschließend Plantagen für Teakholz oder Palmöl, Felder für Soja, Ananas, Bananen, Avocados oder Weideflächen für die Rinderzucht. Der schnelle Profit steht dabei stets im Vordergrund.
Weltweit wird derzeit verstärkt Primärregenwald vernichtet, um auf den frei werdenden Flächen Palmöl zur Produktion von Biosprit anzubauen. Ein weiteres "profitables" Produkt, das vermehrt in einstigen Regenwäldern angebaut wird, ist Soja.
Die Regenwälder auf der Erde verschwinden mit einer alarmierenden Geschwindigkeit. Dies beeinflusst vor allem das weltweite Klima. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Rodung der Urwälder die globale Wettersituation gravierend verändert. Schwere Überschwemmungen, ungewöhnlich starke Stürme, das Schmelzen der Gletscher, Dürre und Ernteausfälle sind nur einige der Folgen. Millionen von Menschen sind dadurch in ihrer Existenz bedroht. Zudem verschwindet eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die zum Teil erst in ihren Grundzügen erforscht ist – und zwar für immer.
Verbreitung der Regenwälder
Tropische Regenwälder existieren in Süd- und Mittelamerika, Afrika und Südasien sowie Australien beidseits des Äquators bis ungefähr zum 10. Breitengrad, stellenweise aber auch deutlich darüber hinaus. Ausnahmen bilden die Andenregion Südamerikas und die Passat-Monsun-Zone in Ostafrika.
Länder mit tropischem Regenwald
Mittelamerika
Costa-Rica, Guatemala, Honduras, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Puerto Rico
Südamerika
Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guayana, Kolumbien, Peru, Surinam, Venezuela
Afrika
Angola, Benin, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Kamerun, Liberia, Madagaskar, Nigeria, Republik Kongo, Sierra Leone, Togo
Asien
Indien, Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Papua-Neuguinea, Philippinen, Sri Lanka, Thailand, Vietnam
Ungefähr 57 Prozent der gesamten Vorkommen tropischer Regenwälder finden sich in Südamerika wieder. Afrikanische Regenwälder haben einen Anteil von rund 24 Prozent und südostasiatische von 17 Prozent am Weltbestand. Die Regenwälder von Nord- und Mittelamerika nehmen ca. 1% ein. Weiterhin gibt es noch kleine Restbestände tropischer Regenwälder im Norden Australiens, auf Madagaskar und einigen Inseln im Tropengürtel.
Der weltweit größte tropische Regenwald erstreckt sich somit über das Amazonasbecken in Südamerika. Dieses Ökosystem nimmt eine Fläche von ca. 1000 mal 3500 Kilometern ein.
Regenwald Wissen
In einem Gürtel rund um den Äquator herrscht feuchtwarmes Klima. Er ist Nährboden für den Regenwald, der hier auf optimale Bedingungen trifft: Temperaturen zwischen 20 - 28 Grad und hohe Niederschläge, die gleichmäßig über das Jahr verteilt sind.
Stockwerkbau
Betrachtet man den tropischen Regenwald näher, so ist er in unterschiedliche Stockwerke unterteilt. Es lassen sich fünf Etagen deutlich unterscheiden. Das Dach des Regenwaldes bilden die sogenannten „Überständer“, Bäume von bis zu 60 Metern Höhe. Unter der Wipfelregion der Baumriesen erheben sich die Kronen der mittelhohen Bäume. Darunter befinden sich die Stäucher und die bodennahe Vegetation. Den Abschluß bildet die Bodenschicht aus dem Wurzelwerk der Pflanzen und einer meist sehr dünnen Humusdecke mit den darin siedelnden Kleinlebewesen, Bakterien, Algen und Pilzen.
Überständer
Mittlere Baumkronen
Sträucher
Bodennahe Vegetation
Bodenschicht
In jedem dieser Stockwerke hat sich eine eigene, perfekt angepasste Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. In den Kronen der Baumriesen klettern die Affen herum, leben Vögel und Reptilien. Zahllose Insekten gehen hier auf Nahrungssuche.
Die Baumwipfel des Regenwaldes bieten jedoch nicht nur eine immense Artenvielfalt, sie leisten auch einen entscheidenden Beitrag zur Regeneration der Erdatmosphäre. Die Blätter entziehen der Luft mittels Sonnenenergie Kohlendioxid. Mit Hilfe der Photosynthese wandeln sie das für die Atmosphäre schädliche Kohlendioxid in Sauerstoff um.
Im dichten Blätterdach der mittleren Baumkronen leben rund zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten des tropischen Regenwaldes. Im Regenwald gibt es keine Jahreszeiten, es herrschen keine enorme Hitze oder außergewöhnliche Kälte. Auf einer kleinen Fläche wachsen die unterschiedlichsten Arten, auf wenigen Quadratkilometern finden sich mehr Pflanzenarten als in ganz Europa.
Einige Biologen gehen davon aus, daß 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten in tropischen Regenwäldern vorkommen.
Als Sekundärwald wird eine Vegetation bezeichnet, die sich nach der Zerstörung des Primärwaldes durch menschliches Eingreifen wie Brandrodung oder durch Umweltkatastrophen ausbildet. Ein lichter Baumbewuchs und starkes Buschwerk sind hierfür die wesentlichen Merkmale. Es sind zudem deutlich weniger Arten vorhanden als im Primärregenwald
Bis aus einem Sekundärwald wieder ein Primärwald wird, vergehen rund 100 Jahre!
